Physiotherapie Heimann
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News

Physiotherapie ohne Umwege

Die Ergebnisse des Modellvorhabens für mehr Autonomie in der Physiotherapie von BIG direkt gesund und IFK wurden mit Spannung erwartet. Evaluiert wurde, welche Auswirkungen die Therapiefreiheit für Physiotherapeuten auf die Versorgungsqualität und die Kostenentwicklung hat. Die Ergebnisse der Studie zeichnen folgendes Bild: Im Therapieverlauf verringerten sich die Beschwerden der Patienten deutlich, ohne Mehrkosten für die Krankenkassen. Unter physiotherapeutischem Management war die Behandlungsdauer zudem kürzer als unter Ärzteregie. BIG direkt gesund und IFK fordern anhand dieser Ergebnisse jetzt den Gesetzgeber auf, einen Schritt weiterzugehen und Modellvorhaben zum Direktzugang in der Physiotherapie im Rahmen des SGB V zu ermöglichen.

„Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache: Wenn Patienten direkt vom Physiotherapeuten behandelt werden, geschieht dies genau so wirksam wie nach einer ärztlichen Verordnung und in kürzerer Zeit“, resümiert Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. „Daher spricht alles für eine neue Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen. Bei steigendem Behandlungsbedarf und zunehmendem Fachkräftemangel ist es erforderlich, Versorgungsstrukturen so zu gestalten, dass alle Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Der ausschließliche Weg über den Arzt ist da nicht mehr zeitgemäß. Wir benötigen den Direktzugang in der Physiotherapie.“

Ziel: Zukunftsfähige Versorgungsstrukturen

Das Modellvorhaben von IFK und BIG direkt gesund nach § 63 Abs. 3 b SGB V startete im Juni 2011 in 40 Modellpraxen und liefert wichtige Erkenntnisse über die Behandlungsqualität von Physiotherapeuten. Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund, betont den Stellenwert des Modellvorhabens für das gesamte Gesundheitswesen: „Unser Ziel ist es, auch für Deutschland nachhaltige und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen zu erreichen. Mit dem Modellvorhaben sind wir diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.“

Für den Ergebnisbericht wertete die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) 630 Datensätze von Versicherten der BIG direkt gesund aus. Von 296 Patienten in der Kontroll- und von 334 Patienten in der Modellgruppe liegen Daten vor.

Physiotherapie ist wirksames Heilmittel

Die Kontrollgruppe erhielt ihre physiotherapeutische Versorgung nach Verordnung des Vertragsarztes. In der Modellgruppe wurde die Verordnung für den behandelnden Physiotherapeuten unkenntlich gemacht. Der Physiotherapeut entschied daraufhin selbstständig über die Art des Heilmittels sowie die Dauer der Therapie und die Frequenz der Behandlungseinheiten. Die Analyse zeigt, dass die Patienten in beiden Gruppen sehr zufrieden mit der Behandlung sind. Im Endeffekt ist es unerheblich, wer die Verordnung ausstellt: Physiotherapie ist in jedem Fall ein wirksames Heilmittel.

In der Modellgruppe war die Behandlungsdauer der Patienten im Schnitt um zwei Wochen kürzer als in der Kontrollgruppe – und das bei durchschnittlich weniger Behandlungseinheiten. Zudem bewiesen die Physiotherapeuten einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer neuen Rolle. Es ist keine Kostenausweitung festzustellen. Bei der Auswahl von Heilmitteln setzten Physiotherapeuten in der Modellgruppe gegenüber der Kontrollgruppe auf eine Kombination aus aktiven (z. B. Krankengymnastik) und passiven Heilmitteln (z. B. Wärmetherapie). Die Ergebnisse des Modellvorhabens von BIG direkt gesund und IFK sollen den Grundstein des Fundaments zur Neuordnung der Zusammenarbeit von Ärzten und Physiotherapeuten legen.

Bei Parkinson: Ergotherapeuten betrachten Familiensystem und Umfeld

Morbus Parkinson ist eine neurologische Erkrankung, deren Auswirkungen sich anfangs gut mit Medikamenten behandeln lassen. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nehmen die Beeinträchtigungen jedoch zu. „Das verändert vieles, bei den Betroffenen selbst ebenso wie bei den Familienangehörigen und im Umfeld.“ begründet Sabine George, DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e. V.), weswegen Ergotherapeuten bei der Behandlung von Menschen mit Parkinson alle Faktoren beleuchten. Und diejenigen mit in die Therapie einbeziehen, die am Alltag des Patienten beteiligt sind. Menschen, die an Parkinson erkranken, leben ein Leben wie andere Menschen auch: Sie haben einen Alltag mit Aufgaben und Verpflichtungen, tragen ihren Anteil zum Familienleben bei. Mit dem Zunehmen der Symptome wird es für sie oftmals schwieriger, dem nachzukommen, was ihren Alltag ausmacht. Sie können beispielsweise ihre Arbeiten im Beruf oder zuhause immer weniger so bewältigen, wie sie es von sich selbst erwarten. Die Selbstversorgung, Freizeitaktivitäten oder Aufgaben in der Familie wie Enkel betreuen funktionieren nicht mehr so, dass es den eigenen oder den Ansprüchen innerhalb der Familie gerecht wird. „Die Erkrankung erfordert immer wieder Neuorientierung und flexible Lösungen im Alltag – und zwar vom gesamten Familiensystem.“, erklärt die Ergotherapeutin Sabine George und macht darauf aufmerksam, dass schon ab einem frühen Stadium von Parkinson themen- und situationsbezogen ergotherapeutische Interventionen sinnvoll sind. Die gesamte Familie entlasten Das sehen auch die medizinischen Leitlinien zum Krankheitsbild von Morbus Parkinson vor. ‚Die Therapie rechtzeitig, altersgerecht und effizient beginnen‘ heißt es dort. Hausärzte dürfen und sollen ebenso wie die behandelnden Fachärzte schon frühzeitig begleitende Behandlungen verordnen. Hierzu gehört Ergotherapie, die gemäß Leitlinien für die Erhaltung der Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens sorgt. Die Ergotherapeutin George dazu: „Nehmen wir nochmals das Beispiel der Aufgabenverteilung innerhalb der Familie. Was diejenigen mit Parkinson nicht mehr tun können, übernehmen andere. Das führt aber auf Dauer oft dazu, dass sich die Erkrankten zunehmend wertlos fühlen, wenn sie die für sie wichtigen und sinnvollen Tätigkeiten nicht mehr ausführen können.“ Gleichzeitig leiden die Familienmitglieder, die zusätzliche Aufgaben übernehmen, unter Überlastung; es kommt nicht selten zu Unzufriedenheit und Konflikten. Ergotherapeuten gehen solche Situationen systemisch an und besprechen zunächst mit den Parkinsonpatienten ihre aktuelle Lage. Mithilfe sogenannter Assessments – das sind in die Tiefe des Themas gehende Interviews, Beobachtungsverfahren und Tests – klären sie, wie es um die Bewältigung täglicher Handlungen steht. Wenn die Betroffenen es wünschen, beziehen Ergotherapeuten schon zu diesem Zeitpunkt Familienangehörige ein. So lassen sich mit professioneller Moderation eines Ergotherapeuten Aufgaben entsprechend der Fähigkeiten und Interessen jedes Einzelnen neu auf- und verteilen. Oder die Ergotherapeuten schlagen Anpassungen vor, die es dem am Parkinson Erkrankten ermöglichen, alle oder einen Teil der Arbeiten weiterhin zu erledigen. Mit dem Resultat, dass die Überlasteten entlastet, die Erkrankten wieder angemessen gefordert und integriert sind und die Familie sich an diesen Herausforderungen weiterentwickelt. Den Wohnraum durch die ergotherapeutische Brille betrachten Ein weiteres, für Gesunde banal erscheinendes Problem bei Parkinson ist der Wohnraum. Denn in den eigenen vier Wänden, wo sich die Menschen am häufigsten aufhalten, steckt tatsächlich ein großes Gefahrenpotenzial. „Das ist den wenigsten bewusst.“, so die Ergotherapeutin, die durch ihre Ausbildung unter anderem auch medizinische Kenntnisse hat und weiß, welche Auswirkungen Parkinson für die Betroffenen haben kann. Sie fährt fort: „Wer gefährliche Situationen rechtzeitig entdeckt und ´entschärft´, kann sein Sturz- und Verletzungsrisiko deutlich senken. Das gelingt am besten mit professioneller Hilfe, denn die wenigsten können einschätzen, welche Veränderungen krankheitsbedingt nötig sind.“ Es ist typisch für Ergotherapeuten, eine Bandbreite verschiedener Möglichkeiten vorzuschlagen, um die häusliche Situation von Menschen mit Parkinson anzupassen. Dabei ist feinfühliges Vorgehen wichtig. Menschen wollen mit der Einrichtung ihrer Wohnung eine bestimmte Atmosphäre schaffen, ein Lebensgefühl ausdrücken. Oder sie möchten bestimmte Stücke, an denen Sie voller Erinnerungen hängen, einfach nur weiterhin um sich haben. Mit viel Geschick und Phantasie entwickeln Ergotherapeuten zusammen mit den Bewohnern bezahlbare oder kostenneutrale Ideen, um – ohne das Ambiente zu zerstören – beispielsweise die Beleuchtung in Bodennähe zu optimieren. Oder sie schlagen Veränderungsmöglichkeiten vor, um Engpässe zu beseitigen, die bei Parkinsonkranken Bewegungsblockaden verursachen können.

Mit Parkinsonpatienten und deren Familie Strategien bei Bewegungsblockaden entwickeln Bewegungsblockaden, medizinisch ‚Freezing‘ genannt, hindern Menschen mit Parkinson daran, einfach loszugehen, sich aus dem Sitzen zu erheben oder enge Stellen zu passieren. Das kommt daher, dass bei Parkinson Nervenzellen im Gehirn allmählich zugrunde gehen. Das wirkt sich besonders folgenträchtig in der sogenannten schwarzen Substanz, einem Teil der Stamm- oder Basalganglien, aus. Denn dort produzieren die Nervenzellen Dopamin. Dieser chemische Botenstoff überträgt zusammen mit anderen Botenstoffen Bewegungsimpulse. Und die sorgen dafür, dass Menschen eine Bewegung beginnen. Ergotherapeuten können zwar nicht die Produktion des Dopamin wieder in Gang bringen, aber sie entwickeln mit ihren an Parkinson erkrankten Patienten Strategien, um diesen Impuls auf andere Weise herbeizuführen. Oder üben mit einem oder mehreren Familienmitgliedern, wie sie es schaffen, mit dem Erkrankten die Bewegung zu initiieren. Und ihn auch dadurch unterstützen, seine Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten.

Informationsmaterial gibt es bei den Ergotherapeuten des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.); Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Ergotherapie und Therapeutensuche.

Bewegung –wirksam gegen Demenz!

2030 werden weltweit mehr als 74 Millionen Menschen unter Demenz leiden – davon gehen Experten aufgrund der demographischen Entwick­lung aus. Ein entscheidender Risikofaktor, früher eine Demenz zu ent­wickeln, ist körperliche Inaktivität.

Erste Anzeichen einer Demenz zeigen sich häufig durch leichte kognitive Beeinträchtigungen und Gedächtnisprobleme. Ein Forscherteam der Deut­schen Sporthochschule Köln möchte jetzt herausfinden, ob körperliche Aktivität und Fitness eine wirksame Therapie bei ersten Anzeichen einer altersbedingten Demenz sind. Eine erste Analyse des Zusammenhangs zwi­schen Aktivität, Fitness und geistiger Leistungsfähigkeit liefert hierfür Indizien.

Untersucht wurden 121 Personen mit beginnenden kognitiven Einschrän­kungen. Entsprechend des Schweregrads der kognitiven Beeinträchtigung erfolgte die Zuordnung zu einer von drei Gruppen; unterschieden wurde zwischen einer subjektiven, einer frühen und einer manifestierten Beein­trächtigung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden hinsichtlich ihres Bewegungsverhaltens befragt und außerdem mit Aktivitätsmonitoren ausgestattet, um ihre Bewegung im Alltag auch objektiv zu erfassen. Zudem wurde ein Fitnesstest auf dem Fahrradergometer durchgeführt.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Je fitter die TeilnehmerInnen waren und je mehr sie sich im Alltag bewegten, desto besser waren auch ihre kognitiven Leistungen. Die Daten zeigen deutlich, wie wichtig Sport und Bewegung für den Erhalt der geistigen Fitness im Alter sind.

Der weitere Verlauf der Studie soll nun zeigen, ob der Ist-Zustand bei be­ginnender Demenz entscheidend für die weitere Entwicklung ist, oder ob über eine Verbesserung der körperlichen Fitness das Fortschreiten einer beginnenden Demenzerkrankung aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden kann.

Stuckenschneider, T., Askew, C.D., Ruediger, S., Polidori, C. M., Abeln, V., Vogt, T., Krome, A., Olde Rikkert, M., Lawlor, B. & Schneider, S. on behalf of the NeuroExercise Study Group. (2018). Cardiorespiratory Fitness and Cognitive Function are Positively Related Among Participants with Mild and Subjective Cognitive Impairment. Journal of Alzheimer's Disease, preprint, DOI: 10.3233/JAD-170996

Footstriker – Laufstilkorrektur durch Elektrische Muskelstimulation

Bild: DFKI

Laufen ist eine der populärsten Sportarten in Deutschland. Über 20 Mio. Deutsche joggen in ihrer Freizeit häufig oder ab und zu, betreiben Wald- oder Geländelauf, nehmen an Straßen- und Volksläufen teil. Das Verletzungsrisiko dabei ist hoch: Mehr als die Hälfte der Läuferinnen und Läufer verletzen sich mindestens einmal pro Jahr und gerade Freizeitathleten klagen häufig über Knie- oder Hüftprobleme. Schuld daran ist oft der Laufstil. Forscher am DFKI haben eine Methode entwickelt, die mithilfe Elektrischer Muskelstimulation (EMS) eingefahrene Bewegungsmuster hin zu einem gelenkschonenderen Vor- oder Mittelfußlaufstil ändert.

Die Gewohnheit, den Fuß zuerst mit der Ferse aufzusetzen, haben viele Hobbyläufer aus dem Gehen übernommen. Diesem Fersenlaufstil werden oft Verletzungen an der Wade oder der Achillessehne, Über- und Fehlbelastungen und damit einhergehender vorzeitiger Verschleiß zugeschrieben, da er den Bewegungsapparat beim Aufprall stärker belastet. Der alternative Vor- und Mittelfußlaufstil vermeidet Verletzungen und Verschleißerscheinungen, da der Krafteintrag auf die Gelenke bei jedem Schritt geringer ist. Darüber hinaus gilt der Vor- und Mittelfußlaufstil als effizienter, weshalb viele ambitionierte Hobbyläufer versuchen, das Abrollen über die Ferse zu vermeiden. Ein eingeübtes und oft praktiziertes Bewegungsmuster abzulegen, ist allerdings ein komplexer und aufwendiger Lernprozess, der oft nur mit Anleitung eines Trainers gelingt.

An dieser Stelle setzt die FootStriker Technologie an, die Läufer mit Hilfe von Elektrischer Muskelstimulation (EMS) dabei unterstützt, den Fersenlauf zu vermeiden. Dazu wurde ein Wearable entwickelt, das mittels Drucksensoren den Fersenlaufstil erkennt und die Fußstellung in der Flugphase in Echtzeit korrigiert, indem der Wadenmuskel (Gastrocnemius) durch einen elektrischen Reiz stimuliert wird.

„Vorfußlaufen ist effizienter und vermeidet spezifische Laufverletzungen wie zum Beispiel das ‚Läuferknie‘“, sagt DFKI-Projektmanager Florian Daiber. "Unsere Technologie erweitert das Spektrum an herkömmlichen Trainingsmethoden, um einen neuen Ansatz eines schnellen, effizienten und unbewussten Lernprozesses.“

Eine erste Studie mit Fersenläufern hat gezeigt, dass die unterbewusste Korrektur des Laufstils mittels EMS einen signifikanten Lerneffekt bei der Umstellung auf die neue Lauftechnik hat und in kürzerer Zeit bessere Ergebnisse erzielt als traditionelle Ansätze unter Anleitung eines Trainers.

Entwickelt wurde die Technologie im Innovative Retail Labor (IRL) des DFKI, einer Forschungsgruppe im Bereich Intelligente Benutzerschnittstellen. "Wir sehen nicht nur im Sport großes Potenzial für den Einsatz von EMS, sondern überall dort, wo komplexe motorische Fähigkeiten erlernt werden müssen, zum Beispiel bei der medizinischen Rehabilitation oder in der Physiotherapie", so Prof. Dr. Antonio Krüger, Wissenschaftlicher Direktor des IRL und Co-Leiter des Forschungsinstituts Bildung Digital an der Universität des Saarlandes.



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